Ein Funke, der bleibt: Wie Role Models neue Perspektiven auf IT eröffnen
Margarita Misheva sprach mit Stephanie Jakoubi, Amira Reyes, Martina Kern, Hazar Jerrahi, Renate Meßner und Stefanie Massak-Bachbauer über den bisherigen „die IT-Tag“, der nun unter dem Namen Future IT Day weitergeführt wird.
IT ist viel mehr als Programmieren und Hoodies
Die Idee hinter dem Future IT Day ist einfach: Frauen aus unterschiedlichsten IT-Bereichen besuchen Schulen und erzählen Jugendlichen von ihrem Berufsalltag, ihren Erfahrungen und ihren persönlichen Wegen.
Warum das wichtig ist?
Weil viele junge Menschen noch immer ein sehr eingeschränktes Bild von IT haben. Der Programmierer im Hoodie gehört ebenso dazu wie die Vorstellung, dass man besonders gut programmieren können muss, um überhaupt in der IT arbeiten zu dürfen.
Dabei waren unter den 260 Role Models des vergangenen Jahres rund 150 unterschiedliche Berufsbezeichnungen vertreten.
Im Gespräch wurden auch überraschende Reaktionen aus den Klassenzimmern geteilt: Mädchen, die erstmals Frauen in ganz unterschiedlichen IT-Rollen begegneten, Jugendliche, die über Verdienstmöglichkeiten staunten, und ein Schüler, für den die Vereinbarkeit von Managementkarriere und Familie bei einer Frau bisher kaum vorstellbar gewesen war.
Manchmal genügt eine Begegnung, um ein vertrautes Bild infrage zu stellen.
Ein Dominostein kann vieles in Bewegung bringen
Besonders spannend wurde es bei der Frage, ob eine einzige Schulstunde überhaupt etwas verändern kann.
Renate erzählte von einer Professorin, die trotz zahlreicher Fehler in ihrer Arbeit an sie glaubte. Dieser kleine Impuls gab ihr den Mut, weiterzulernen. Für sie ist das wie ein Dominostein, der eine ganze Reihe weiterer Steine in Bewegung setzt.
Andere Gesprächsteilnehmerinnen berichteten von Umwegen in die IT, schlechten Programmiernoten und beruflichen Neustarts. Ihre Botschaft: Es gibt nicht den einen richtigen Weg und schon gar nicht den einen richtigen Zeitpunkt.
Eine Wundertüte voller Möglichkeiten
Bei der traditionellen EspressoTalk-Frage nach einem Gegenstand oder Symbol für das Thema wurde es besonders bildreich.
Ein Stein im Wasser, dessen Wellen immer größere Kreise ziehen. Eine Sonne, die Kinderaugen zum Strahlen bringt. Sterne, die alle auf ihre eigene Weise leuchten dürfen. Ein Fernglas, das neue Galaxien sichtbar macht.
Dazu kamen eine Wundertüte voller unerwarteter Möglichkeiten und eine sprudelnde Quelle, die immer in Bewegung bleibt.
Margarita ergänzte das Bild einer Blume, die sich öffnet, wenn sie genügend Licht, Wasser und Nährstoffe bekommt.
So unterschiedlich diese Bilder sind, sie erzählen alle von derselben Idee: Neugier braucht Raum, Ermutigung und manchmal einfach jemanden, der neue Möglichkeiten sichtbar macht.
Nicht überzeugen, sondern Möglichkeiten eröffnen
Beim Future IT Day geht es nicht darum, möglichst viele Mädchen zu einer IT-Karriere zu überreden.
Es geht darum, ihnen zu zeigen, wie vielfältig, kreativ und menschlich die Welt der Technologie ist. Und dass auch sie darin ihren Platz finden können – wenn sie möchten.
Auch für die Role Models selbst ist der Schulbesuch eine Erfahrung: aus der eigenen Komfortzone herauskommen, den Beruf mit anderen Worten erklären, ungewöhnliche Fragen beantworten und neue Menschen kennenlernen.
Vielleicht ist genau das die schönste Form von Wissenstransfer: Begeisterung weitergeben und dabei selbst etwas dazulernen.
Am Ende blieb ein Gedanke besonders hängen:
„Das könnte ich auch sein.“
Und manchmal beginnt mit genau diesem Gedanken eine ganz neue Geschichte.
Sind wir schon vernetzt?
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